Marcel Proust Hörspiele
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German Public Radio
Titel: Sodom und Gomorrha
Autor: Marcel Proust
produziert in: 2018
produziert von: SWR; DLF
Laufzeit: 314 Minuten
Genre: Historisch
Regie: Iris Drögekamp
Bearbeitung: Manfred Hess; Hermann Kretzschmar
Komponist: Hermann Kretzschmar
Dramaturgie: Manfred Hess
Ăbersetzer: Bernd-JĂŒrgen Fischer
Inhalt:
»Prousts âșSuche nach der verlorenen Zeitâč ist nicht nur ein grandioser Roman, sondern auch der perfekte Ratgeber fĂŒr alle Lebenslagen.« Alain de Botton Der vierte Roman aus Marcel Prousts Ȉ la recherche du temps perdu« heiĂt »Sodom und Gomorrha I«, erschienen in zwei BĂ€nden zwischen 1920 und 1921. Im Alten Testament sind mit diesen Namen StĂ€dte benannt, die Gott unter einem Regen aus Feuer und Schwefel begrub, weil sie sich der SĂŒnde hingegeben haben. Im Stadtpalais der hochadligen Familie der Guermantes hat sich fĂŒr Marcel, den Ich-ErzĂ€hler, zuvor die mondĂ€ne Welt der exquisiten Gesellschaft erschlossen. Jetzt ist es Ausgangspunkt seiner Entdeckung der Welten von Sodom als der der mĂ€nnlichen und Gomorrha als der der weiblichen HomosexualitĂ€t. Er beobachtet hier die zufĂ€llige Begegnung des DĂ©cadent Baron de Charlus und des Westenmachers Jupien: Trotz aller Standesunterschiede erkennen sie plötzlich einander und nutzen sofort die Gelegenheit zum Sex. Marcel dechiffriert ab da auf der SoirĂ©e der Prinzessin de Guermantes die GĂ€ste als Leidende und LĂ€cherliche im Spiel des (gleich)geschlechtlichen Begehrens. Die »Recherche« erzĂ€hlt weiter: von Marcels Liebe zu der jungen und koketten Albertine Simonet, von seiner krankhaften Eifersucht bei dem Verdacht, sie begehre Frauen wie Mademoiselle Vinteuil, von Marcels Heiratsentschluss, von der Beziehung Charlus zum Geiger Morel, den Reisen in die Normandie nach Balbec, dem kunstsinnigen Salon der Aufsteigerin Madame Verdurin; schlieĂlich von der UnbestĂ€ndigkeit der Herzen und der vernichtenden Wirkung der Zeit.
Die Hörspielfassung wahrt die Eckpfeiler des Handlungs- und ErzĂ€hlverlaufs. Sie kĂŒrzt aber radikal, um Platz zu schaffen: fĂŒr umfangreiche akustische Tableaus entlang der Satzkonstruktionen, die den Proustschen Erinnerungsprozess in all seiner HetereogenitĂ€t belassen, in all seiner Komik und Unbarmherzigkeit.
Das Hörspiel basiert auf der neuen Ăbersetzung der »Recherche« durch Bernd-JĂŒrgen Fischer, die 2016 abgeschlossen wurde.
1. Teil: Die Unstetigkeiten des Herzens
2. Teil: Die KĂŒsten von Balbec
3. Teil: BetrĂŒbnisse von Mosieur de Charlus
Sprecher:
Michael Rotschopf (ErzÀhler, Marcel)
Corinna Kirchhoff (Maman)
Gabriele Heinz (Françoise)
Lilith Stangenberg (Albertine)
Gerd Wameling (Monsieur de Charlus)
Sebastian Blomberg (Jupien)
Max von Pufendorf (Robert de Saint-Loup)
Katharina Bach (Prinzessin von Guermantes)
André Jung (Herzog Bazin von Guermantes)
Leila Abdullah (Herzogin Oriane von Guermantes)
Leslie Malton (Madame Verdurin)
Claude De Demo (Madame de Souvre)
Friederike Ott (Madame de Villemur)
Christopher Heisler (Laufbursche)
Wolfgang Pregler (Ausrufer Salon Guermantes)
Matthias Habich (Charles Swann)
Gustav Peter Wöhler (Hoteldirektor)
Lilith Stangenberg (Ms Albertine)
Svenja Liesau (Ms Andrée)
Stefan Konarske (Morel)
Johann von BĂŒlow (Doktor Cottard)
Barbara Schnitzler (Prinzessin Sherbatoff)
Claude de Demo (Madame Cottard)
Ingo HĂŒlsmann (Professor Brichot)
Tina Engel (Marquise von Cambremer)
Werner Wölbern (Marquis de Cambremer)
Judith Engel (Madame de Cambremer Legrandin)
Bernd Hahn (Elstir)
Jeremy Mockridge (Liftboy)
Friederike Ott (Noemi)
Wolfgang Pregler (Monsieur Verdurin)
HĂ€ndl Klaus (Bahnhofsausrufer)
Maximilian Simonischek (Bahnhofsanstellter)
Luana Velis (Sobrette)
André Jung (Ortsfremder)
Leila Abdullah (Padrona)
Wolfgang Pregler (Chefkellner Aime)
Maximilian Simonischek (Chauffeur)
Christopher Heisler (Zimmerkellner und junger Offizier)
Jörg Hartmann (Monsieur Bloch)
Musiker Ensemble Modern
Daten zu Marcel Proust:
geboren: 10.07.1871
gestorben: 18.11.1922
Vita:
Marcel Proust (1871-1922) wurde in Auteil als Sohn eines Pariser Arztes und einer elsĂ€ssischen JĂŒdin geboren. 1878 verbrachte die Familie ihre Ferien in Illiers, das spĂ€ter zu Ehren Prousts in Illiers-Combray umbenannt wurde. Proust studierte Jura, ohne Abschluss, und Literaturwissenschaft. 1895 begann er mit der Arbeit an dem Roman "Jean Santeuil", der unvollendet blieb. 1896 erschien "Freuden und Tage", eine Sammlung von Texten. Finanziell unabhĂ€ngig, verkehrte er schon frĂŒh in den Salons der Pariser Aristokratie. 1903 starb sein Vater, zwei Jahre spĂ€ter die Mutter. Die Asthma-AnfĂ€lle, an denen Proust seit seiner Kindheit litt, verschlimmerten sich. Es folgte der RĂŒckzug aus dem gesellschaftlichen Leben in sein schallisoliertes, mit Kork ausgeschlagenes Zimmer. 1912 beendete er "Unterwegs zu Swann", den ersten Band seines Hauptwerks "A la recherche du temps perdu", der 1913 auf Kosten des Autors erschien. 1919 erhielt er fĂŒr den zweiten Band den Prix Goncourt. Als er am 18. November 1922 starb, waren erst zwei Drittel des Monumentalwerks publiziert. Heute gilt Proust als einer der BegrĂŒnder der literarischen Moderne.
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Titel: Die Gefangene
Autor: Marcel Proust
produziert in: 2020
produziert von: SWR; DLF
Laufzeit: 209 Minuten
Regie: Iris Drögekamp
Hermann Kretzschmar
Bearbeitung: Manfred Hess; Hermann Kretzschmar
Komponist: Hermann Kretzschmar
Dramaturgie: Manfred Hess
Ăbersetzer: Bernd-JĂŒrgen Fischer
Inhalt:
"Hart und gemein zu sein zu dem, was man liebt, ist so natĂŒrlich! Andere sind uns gleichgĂŒltig, und GleichgĂŒltigkeit lĂ€dt nicht zur Bosheit ein." (Marcel Proust)
Der Ich-ErzĂ€hler Marcel, Spross wohlhabender Eltern, bewegt sich in den höchsten Kreisen von Bourgeoisie und Adel. Nun liegt er in seinem Bett und erinnert sich an die Zeit, als um 1901 in Paris die junge wie lebenslustige Geliebte Albertine in seinem Elternhaus wohnte, gleich einer Gefangenen seiner Eifersucht und jenseits aller Konventionen. Aber wer ist hier Sklave, wer Herr(in) im Spiel der Metamorphosen einer Liebe, deren existenzielle Voraussetzung die LĂŒge ist, um ihre IntensitĂ€t zu spĂŒren? Diese ewig alte wie moderne Geschichte spiegelt Proust zugleich im tragikomischen Niedergang des homosexuellen DĂ©cadent Baron de Charlus, dessen Leidenschaft zum Geiger Morel den Intrigen des Salons von Madame Verdurin zum Opfer fĂ€llt. Die Heraufbeschwörung des erinnerten Liebesleids wird bei Proust zum kaleidoskopischen Instrument, das erst den gnadenlosen Blick auf die berauschende Vielfalt der inneren und Ă€uĂeren Welt ermöglicht. Und wer will, kann Proust heute auch als Lebensberatung in eigener Sache nutzen.
Die insgesamt sieben BĂ€nde von Prousts âRechercheâ mĂŒssen nicht nacheinander gelesen werden. Jeder Band beansprucht als Roman Autonomie, auch wenn die Konzeption des Gesamtwerkes als Zyklus angelegt ist. Dieser Widerspruch, der Teil von Prousts Signatur als Meisterwerk der Moderne ist, spiegelt sich in der SWR-Hörspielfassung wider, die 2018 mit dem vierten Buch âSodom und Gomorrhaâ, einsetzte und mit dem fĂŒnften âDie Gefangeneâ, fortgesetzt wird. Die Textfassung folgt der neuen deutschen Ăbersetzung von Bernd-JĂŒrgen Fischer, basierend auf der französischen PlĂ©iade Ausgabe von 1988, die 2018 abgeschlossen wurde.
1. Teil: Leben mit Albertine in Paris (56 Min.)
2. Teil: Die Soiree bei den Verdurins (90 Min.)
3. Teil: Albertines Verschwinden (64 Min.)
Sprecher:
Michael Rotschopf (Marcel / ErzÀhler)
Lilith Stangenberg (Albertine Simonet)
Corinna Kirchhoff (Maman)
Erika Skrotzki (Françoise)
Bernt Hahn (Elstir)
Wolfram Koch (Monsieur Bloch)
Svenja Liesau (Mademoiselle Andrée)
Anna Gesa-Raija Lappe (Stimme auf der StraĂe)
Sebastian Mirow (Stimme auf der StraĂe)
Claude De Demo (TelefonfrÀulein / Madame Mortemar)
Gerd Wameling (PalamĂšde de Guermantes / Baron de Charlus)
Ingo HĂŒlsmann (Professor Brichot)
Leslie Malton (Madame Sidonie Verdurin)
Wolfram Pregler (Monsieur Gustave Verdurin)
Felix von Manteuffel (Saniette)
Manuel Harder (Charles Morel)
Wolfgang Condrus (General Deltour)
Andreas Leupold (Ski)
Susanne Heydenreich (Königin von Neapel)
Musiker: Ensemble Modern
Regieassistenz: Constanze Renner; Martin Buntz
Techn. Realisierung: Burkhard Pitzer-Landeck; Andreas Völzing; Nikolaus Löwe; Claudia Peycke; Judith RĂŒbenach; John Krol; Eric Lehmann
ergÀnzender Hinweis: Vorlage: La prisonniÚre [Die Gefangene] (Roman, Frankreich 1923)
Wissenschaftliche Beratung: Uta Felten
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Titel: Die Entflohene
Autor: Marcel Proust
produziert in: 2022
produziert von: SWR; DLR (DLF)
Laufzeit: 100 Minuten
Regie: Ulrich Lampen
Bearbeitung: Manfred Hess; Hermann Kretzschmar
Komponist: Hermann Kretzschmar
Ăbersetzer: Bernd-JĂŒrgen Fischer
Inhalt:
Marcel Proust konnte seinen auf sieben BĂŒcher angelegten Zyklus âĂ la recherche du temps perduâ nicht vollenden. Die letzten drei BĂ€nde erschienen posthum. Viele kennen zwar den Autornamen und den Titel des Werkes, der ĂŒber 4.000-seitige Koloss macht ihnen aber auch Angst â und bringt sie damit um ein seltenes LesevergnĂŒgen. Das Deutschlandfunk-Hörspielprojekt zu Marcel Proust versucht, dies zu korrigieren. Es begann 2018 mit der Hörspielfassung von âSodom und Gomorrhaâ und âDie Gefangeneâ. Den Abschluss bildet 2022 der vorletzte Band âDie Entfloheneâ. Im Zentrum steht die Trauerarbeit des Protagonisten Marcel um seine von Eifersucht geprĂ€gte Liebe zu Albertine, die per Zufall stirbt.
Vor 100 Jahren, am 18. November 1922, starb der Romancier Marcel Proust. Seine âĂ la recherche du temps perduâ gilt als einer der bedeutendsten Marksteine modernen ErzĂ€hlens. Das seit 2018 begonnene SWR-Hörspielprojekt zu Marcel Proust rĂŒckt die Einzelwerke des ErzĂ€hlzyklus ins Zentrum. âDie Entfloheneâ, der sechste und vorletzte Band, spielt in der hochadeligen wie vermögenden Pariser Gesellschaft um 1910. Im Zentrum steht Marcel, der ein von Eifersucht geprĂ€gtes LiebesverhĂ€ltnis mit der lebensfrohen Albertine hat. Als diese ihn verlĂ€sst, gerĂ€t seine Welt noch mehr ins Wanken.
Teil 1: Kummer und Vergessen
Teil 2: Gilberte - Venedig - Robert
Sprecher:
Felix Goeser
Sebastian Blomberg
Angela Winkler
Elisa Schlott
Felix von Manteuffel
Stefanie Eidt
u.a.
Musiker:Ensemble Modern
ergÀnzender Hinweis: Vorlage: Die Entflohene (La Fugitive) (Roman)
Die Sprecherinnen und Sprecher mit ihren Rollen
ErzÀhler und Marcel (Felix Goeser)
Robert de Saint Loup (Sebastian Blomberg)
Andrée (Elisa Schlott)
Gilberte (Anne MĂŒller)
Bloch (Paul Herwig)
Maman (Angela Winkler)
Madame de Guermantes (Stephanie Eidt)
Monsieur de Guermantes (Ulrich Noethen)
Aimé (Friedhelm Ptok)
Jupien (Felix von Manteuffel)
Concierge (Nico Holonics)
Portier (Martin Engler)
Hörspielbearbeitung: Manfred Hess und Hermann Kretzschmar
Musik: Ensemble Modern
Komposition: Hermann Kretzschmar
Regie: Ulrich Lampen
Produktion: SWR/DLF 2022 - Premiere
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