Rameaus Neffe - Denis Diderot
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Über
German Public Radio
Rameaus Neffe
von Denis Diderot
Regie: Fritz Göhler
Bearbeitung: Hans Bräunlich
Produktion: DDR 1985, 60 Minuten
Jean-François Rameau ist der Neffe des bekannten Barock-Komponisten, selbst auch musikalisch begabt, aber sein Talent reicht nur, um verzogenen Adelstöchtern Unterricht zu erteilen. Doch den galanten Plauderton der besseren Gesellschaft beherrscht Rameau ganz meisterhaft und lässt sich auch ohne Gewissensbisse von ihr aushalten. Denis Diderot, Aufklärer, Philosoph und Romancier, lässt sein Alter ego zufällig im Café de la Régence Rameau begegnen. Leicht wie genau, poetisch wie gedankenvoll, komisch wie ernsthaft umkreist in diesem Dialog Jean-Francois Rameau, Neffe des gleichnamigen berühmten Komponisten, im Café de la Regence des Palais Royal die Widersprüche des menschlichen Narrenhauses. Das mondäne Ambiente von Schachspielern, Literaten und Müßiggängern ist dabei seine Bühne. »Die Stimme des Gewissens und der Ehrbarkeit klingt recht schwach, wenn die Därme ächzen«. Goethe hat den zwischen 1762-1774 entstandenen und damals in Frankreich unbekannten Text 1805 übersetzt und erstmalig der Öffentlichkeit vorgestellt, für Hegel ist er in seiner »Phänomenologie des Geistes« Ausdruck der Welt des sich entfremdenden Geistes und Foucault sieht in ihm eine Parodie auf den Rationalitätswahn der Aufklärung: »Rameaus Neffe« schätzen auch heute noch Autoren wie Hans-Magnus Enzensberger oder Tankred Dorst als unvergleichliches Meisterwerk der Verbindung von Philosophie und Literatur.
Philosoph: Gert Westphal
Rameaus Neffe: Wolf Kaiser
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