Die Bestie stirbt
German Public Radio
Hüseyin Michael Cirpici, Lothar Kittstein
Die Bestie stirbt
Dramaturgie: Thomas Leutzbach
Technische Realisierung: Matthias Fischenich, Jens Peter Hamacher
Regieassistenz: Freya Hattenberger
Regie: Hüseyin Michael Cirpici
Weitere Mitwirkende:
Sprecher/Sprecherin -- Rolle/Funktion
Ernst-August Schepmann -- Parvus, der Junge
Janina Sachau -- Clara Zetkin
Walter Renneisen -- Karl Kautsky
Matthias Bundschuh -- Zimmer, deutscher Agent
Robert Dölle -- von Wangenheim
Susanne Wolff -- Tanja
Charlie Schrein -- Lazarus
Glenn Goltz -- Haenisch
Nils Andre Brünnig -- Gendarm
Katja Bürkle -- Rosa Luxemburg
Thomas Loibl -- Parvus, der Junge
Wieviele Revolutionäre passen in einen Eisenbahnwagon? Wieviele Revolutionen passen in ein Leben? Und wieviele Leben passen in einen Menschen? Israil Lasarewitsch Helphand, genannt Parvus, Organisator der legendären Zugreise Lenins nach Russland, liegt im Sterben - und versucht, die letzten Antworten zu finden. Sozialistischer Revolutionär und Vordenker, Millionär und Waffenhändler, Mentor Trotzkis, Freund Clara Zetkins und Rosa Luxemburgs, Betrüger an den Tantiemenabrechnungen Gorkis, wirtschaftlicher und politischer Berater der jungtürkischen Bewegung, Wegbereiter der zweiten Internationale und überzeugt von der Überlegenheit der deutschen Kultur – die Widersprüche in Parvus‘ Leben sind so gigantisch wie sein Körperbau, sein Wunsch, den russischen Zarismus zu zertrümmern so brennend wie seine Gier nach Leben. Konsequent hat er fast alle Dokumente seines Wirkens verschwinden lassen – jetzt müht er sich, Ordnung zu kriegen in diese Überfülle zersplitterter Erinnerungen.
Produktions- und Sendedaten
Westdeutscher Rundfunk 2017
Erstsendung: 25.10.2017 | WDR 3 | 54'00
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Die Bestie stirbt
Israil Lasarewitsch Helphand, genannt Alexander Parvus, Organisator der legendären Zugreise Lenins nach Russland, liegt im Sterben - er erinnert sich an sein Leben und versucht, die letzten Antworten zu finden.
Von Hüseyin Michael Cirpici und Lothar Kittstein
Zersplitterte Erinnerungen an die Hintergründe der Russischen Revolution
Wie viele Revolutionäre passen in einen Eisenbahnwagon? Wie viele Revolutionen passen in ein Leben? Und wie viele Leben passen in einen Menschen? Helphand war der Strippenzieher der Russischen Revolution: Sozialistischer Revolutionär und Vordenker, Millionär und Waffenhändler, Mentor Trotzkis, Freund Clara Zetkins und Rosa Luxemburgs, Betrüger an den Tantiemenabrechnungen Gorkis, wirtschaftlicher und politischer Berater der jungtürkischen Bewegung, Wegbereiter der zweiten Internationale und überzeugt von der Überlegenheit der deutschen Kultur - die Widersprüche in Parvus' Leben sind so gigantisch wie sein Körperbau, sein Wunsch, den russischen Zarismus zu zertrümmern so brennend wie seine Gier nach Leben.
Konsequent hat er fast alle Dokumente seines Wirkens verschwinden lassen - jetzt müht er sich, Ordnung hineinzubekommen in diese Überfülle zersplitterter Erinnerungen. Es ist, als münde die Erinnerung des sterbenden Parvus in eine düstere Vision des heutigen Europa: zerrissen, verunsichert, an der Kippe zu einer Umwälzung stehend, von der keiner weiß, ob sie ins Paradies oder in die Apokalypse führt.
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