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Der blaue Engel - Kostenloses Hörbuch
Autor(en):
Sprache: German
Genre(s):
1 / 1Der blaue Engel (Heinrich Mann - BR 2008)/Der blaue Engel
- 1. Der blaue Engel (Heinrich Mann - BR 2008)/Der blaue Engel
Ăber
Der blaue Engel
Heinrich Mann
produziert in: 2008
produziert von: BR
Laufzeit: 74 Minuten
Regie: Bernhard Jugel
Bearbeitung: Michael Farin
Komponist: zeitblom
Erstsendung: 25.07.2008
Inhalt:
Der Film Der Blaue Engel (1930) von Josef von Sternberg ist ein Mythos, der Roman Professor Unrath (1905) von Heinrich Mann ein Hauptwerk der deutschen Literatur, das Hörspiel der Versuch, die Strukturen des herausragenden Drehbuchs und Films transparent zu machen, indem es diese aufregende und anrĂŒhrende Geschichte aus einer vergangenen Zeit Sequenz fĂŒr Sequenz erzĂ€hlt: Prof. Dr. Immanuel Rath, bĂ€rtiger Gymnasialprofessor in einer kleinen Hafenstadt, erfĂ€hrt, dass seine SchĂŒler das zwielichtige Lokal "Der Blaue Engel" frequentieren, angezogen von einer verruchten Sirene namens Lola Lola, Star einer kleinen Kabarett-Truppe. Von moralischer EntrĂŒstung getrieben und nicht ohne sexuelle Neugier wagt sich der Professor in die Lasterhöhle. Statt dort aber dem jugendlichen Treiben ein Ende zu machen, verfĂ€llt er dem Zauber und Charme Lola Lolas. Er macht ihr einen Heiratsantrag und muss daraufhin den Schuldienst quittieren. Es ist der Beginn seines sozialen Abstiegs. WĂ€hrend die Truppe von Stadt zu Stadt zieht, verfĂ€llt Rath immer mehr. Er wird zum "dummen August", zum Gehilfen des ZauberkĂŒnstlers und verliert jede Selbstachtung. Seine DemĂŒtigung erreicht den Höhepunkt, als die Truppe in den "Blauen Engel" zurĂŒckkehrt, um mit dem einstigen Professor 'Sensation' zu machen. Das gelingt: die ganze Stadt kommt in die Vorstellung. Doch das einstmals lustige Kikeriki des "dummen August" wird zum schrecklichen KrĂ€hen einer waidwunden Seele.
Der internationale Erfolg des Films war enorm und Marlene Dietrich mit einem Schlag weltberĂŒhmt. "Ihre Lola Lola war ein neues Sexsymbol. Diese kleinbĂŒrgerliche Berliner Nutte mit ihren provozierenden Beinen und saloppen Manieren legte eine UngerĂŒhrtheit an den Tag, die dazu reizte, das Geheimnis ihres abgebrĂŒhten Egoismus und ihre KaltschnĂ€uzigkeit zu ergrĂŒnden." (Siegfried Kracauer) Die Lieder aus diesem frĂŒhen, deutsch und englisch zugleich gedrehten Tonfilm gingen um die Welt: "Ich bin von Kopf bis FuĂ auf Liebe eingestellt, denn das ist meine Welt und sonst gar nichts." Die verschleierte Stimme der Dietrich gibt ihrem Sprechgesang eine ungeheure LaszivitĂ€t. Und ihre Songs erweisen sich gegenĂŒber dem Prof. Rath zugeordneten deutschen Lied "Ăb immer Treu und Redlichkeit" als stĂ€rker. Auch er ist der Liebe und Erotik Lolas nicht gewachsen. Zumal er es auch nicht als Warnung nimmt, wenn sie von ihren Liebhabern singt: "Und wenn sie verbrennen, ja dafĂŒr kann ich nicht", sondern als Schmeichelei. Das ist sein VerhĂ€ngnis. Die Nationalsozialisten konnten dieses Obsiegen einer femme fatale ĂŒber einen deutschen Lehrer nicht ertragen: Sie verboten den Film 1933.
Sprecher:
Martin Umbach (ErzÀhler)
Beate Himmelstoà (ErzÀhlerin)
Nadeshda Brennicke (Lola)
Jens Harzer (Prof. Dr. Rath)
Franziska Ball (Guste)
Stefan Wilkening (Kiepert)
Burchard Dabinnus (Mazeppa)
Christiane Blumhoff (Wirtschafterin)
Matthias Kelle (Gymnasiast/Angst)
Jonas Schmid (Goldstaub)
Benedikt Figel (Lohmann/Gast)
Thomas Albus (Kellner/Polizist/Direktor)
Tommi Piper (KapitÀn)
Regieassistenz Andreas Wutz
Techn. Realisierung Hans Scheck; Susanne Herzig
ergÀnzender Hinweis: Vorlage: Professor Unrath (Roman)
Der blaue Engel (Film)
Daten zu Heinrich Mann: geboren: 27.03.1871
gestorben: 11.03.1950
Vita: Luiz Heinrich Mann (* 27. MĂ€rz 1871 in LĂŒbeck; â 11. MĂ€rz 1950 in Santa Monica, Kalifornien) war ein deutscher Schriftsteller und der Ă€ltere Bruder von Thomas Mann, in dessen Schatten er stets stand. Ab 1930 war er PrĂ€sident der PreuĂischen Akademie der KĂŒnste, aus der er nach der nationalsozialistischen Machtergreifung ausgeschlossen wurde. Mann, der bis 1933 meist in MĂŒnchen gelebt hatte, emigrierte zunĂ€chst nach Frankreich, dann in die USA. Im Exil verfasste er zahlreiche Arbeiten, darunter viele antifaschistische Texte. Seine ErzĂ€hlkunst war vom französischen Roman des 19. Jahrhunderts geprĂ€gt. Seine Werke hatten oft gesellschaftskritische Intentionen. Die FrĂŒhwerke sind zumal oft beiĂende Satiren auf bĂŒrgerliche Scheinmoral, der Mann â inspiriert von Friedrich Nietzsche und Gabriele DâAnnunzio â eine Welt der Schönheit und Kunst entgegensetzte. Mann analysierte in den folgenden Werken die autoritĂ€ren Strukturen des Deutschen Kaiserreichs im Zeitalter des Wilhelminismus. Resultat waren drei Romane, die heute als die Kaiserreich-Trilogie bekannt sind, deren erster Teil Der Untertan kĂŒnstlerisch am meisten ĂŒberzeugt. Im Exil verfasste er sein Hauptwerk, die Romane Die Jugend des Königs Henri Quatre und Die Vollendung des Königs Henri Quatre. Sein erzĂ€hlerisches Werk steht neben einer reichen BetĂ€tigung als Essayist und Publizist. Er tendierte schon sehr frĂŒh zur Demokratie und positionierte sich sofort gegen den Nationalsozialismus, dessen AnhĂ€nger Manns Werke öffentlich verbrannten.
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