Das Nibelungenlied
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German Public Radio
Das Nibelungenlied
ein Hörspiel von Helmut Brackert, SWR 2007
124 Min.
Regie: Beate Andres
Ăbersetzung: Helmut Brackert
Dramaturgie: Frank Halbig, Hans Burkhard Schlichting
Technische Realisierung: Rolf Knapp
Regieassistenz: Constanze Renner
Bearbeitung: Beate Andres
Mit: Judith Engel, Bernhard SchĂŒtz, Bibiana Beglau, Hans Kremer, Robert Dölle, Oliver Mallison, Wolf-Dietrich Sprenger, Martin Leutgeb, Elke Twiesselmann, Heinz Schimmelpfennig, Peter Sikorski, Christoph Gawenda
Das vor 800 Jahren aus einer Vielzahl Ă€lterer Quellen entstandene mittelhochdeutsche ÂŽNibelungenliedÂŽ basiert auf historischen VorgĂ€ngen im 5. und 6. Jahrhundert: 407 wird Worms zum Königssitz der germanischen Burgunden, die 436 von den Hunnen besiegt und 538 von den Franken vernichtend geschlagen werden. Ein Katastrophenstoff, der im Lauf der Jahrhunderte mit Ăberlieferungen um den sagenhaften Helden Siegfried von Xanten und die Königin Brunhild verwoben wurde und seit der Romantik zur ProjektionsflĂ€che deutscher Nationalgeschicke geworden ist.
ÂŽIm Nibelungenlied spielt die Gewalt eine zentrale Rolle ÂŽ einerseits auf der Ebene der ErzĂ€hlung, andererseits aufgrund der Rezeptionsgeschichte, die das Nibelungenlied erfahren hat. Hauptinteresse bei der Neu-Adaption des Stoffes ist die Art und Weise, wie der Text das Thema Gewalt verhandelt, um es in der heutigen Welt zu verorten. Dabei gehe ich von der Ăberlegung aus, dass Gewalt nicht unmittelbar darstellbar ist. Gewalt wird immer von Lebenden oder Ăberlebenden erzĂ€hlt. Die Toten haben keine Stimme. Nicht die NĂ€he zum Realismus entscheidet ĂŒber die AuthentizitĂ€t der Darstellung, sondern die Perspektive, aus der Gewalt erzĂ€hlt wird.
Im ersten Teil wird die Gewalt aus höfischer Perspektive geschildert, die im politischen und gesellschaftlichen Kontext einer zwar zunehmend verrohenden, aber noch funktionsfÀhigen Gesellschaft sinnvoll erscheint und entsprechend verklÀrt wird. Hauptstimme in diesem Teil der ErzÀhlung soll, als ReprÀsentantin und Krone des Hofes, Kriemhild sein.
Im zweiten Teil der ErzÀhlung wird Gewalt aus der Perspektive derjenigen beschrieben, die sie als unmittelbare Todesdrohung erfahren, ohne Legitimation durch höheren Sinn und Zweck. Dies ist die Perspektive der Krieger, die mit ihrem eigenen Leib und Leben der Gewalterfahrung ausgesetzt sind. Als ihr ReprÀsentant soll der zu diesem Zeitpunkt bereits ermordete Siegfried die ErzÀhlung tragen.Ž (Beate Andres)
2. Platz Prix Maruli? 2008
Ursendung: 30.12.2007
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Titel: Das Nibelungenlied
Autor: Anonymus
produziert in: 2007
produziert von: SWR
Laufzeit: 124 Minuten
Regie: Beate Andres
Bearbeitung: Beate Andres
Dramaturgie: Frank Halbig; Hans Burkhard Schlichting
Ăbersetzer: Helmut Brackert
Inhalt:
Das vor 800 Jahren aus einer Vielzahl Ă€lterer Quellen entstandene mittelhochdeutsche "Nibelungenlied" basiert auf historischen VorgĂ€ngen im 5. und 6. Jahrhundert: 407 wird Worms zum Königssitz der germanischen Burgunden, die 436 von den Hunnen besiegt und 538 von den Franken vernichtend geschlagen werden. Ein Katastrophenstoff, der im Lauf der Jahrhunderte mit Ăberlieferungen um den sagenhaften Helden Siegfried von Xanten und die Königin Brunhild verwoben wurde und seit der Romantik zur ProjektionsflĂ€che deutscher Nationalgeschicke geworden ist.
"Im Nibelungenlied spielt die Gewalt eine zentrale Rolle " einerseits auf der Ebene der ErzĂ€hlung, andererseits aufgrund der Rezeptionsgeschichte, die das Nibelungenlied erfahren hat. Hauptinteresse bei der Neu-Adaption des Stoffes ist die Art und Weise, wie der Text das Thema Gewalt verhandelt, um es in der heutigen Welt zu verorten. Dabei gehe ich von der Ăberlegung aus, dass Gewalt nicht unmittelbar darstellbar ist. Gewalt wird immer von Lebenden oder Ăberlebenden erzĂ€hlt. Die Toten haben keine Stimme. Nicht die NĂ€he zum Realismus entscheidet ĂŒber die AuthentizitĂ€t der Darstellung, sondern die Perspektive, aus der Gewalt erzĂ€hlt wird.
Im ersten Teil wird die Gewalt aus höfischer Perspektive geschildert, die im politischen und gesellschaftlichen Kontext einer zwar zunehmend verrohenden, aber noch funktionsfÀhigen Gesellschaft sinnvoll erscheint und entsprechend verklÀrt wird. Hauptstimme in diesem Teil der ErzÀhlung soll, als ReprÀsentantin und Krone des Hofes, Kriemhild sein.
Im zweiten Teil der ErzÀhlung wird Gewalt aus der Perspektive derjenigen beschrieben, die sie als unmittelbare Todesdrohung erfahren, ohne Legitimation durch höheren Sinn und Zweck. Dies ist die Perspektive der Krieger, die mit ihrem eigenen Leib und Leben der Gewalterfahrung ausgesetzt sind. Als ihr ReprÀsentant soll der zu diesem Zeitpunkt bereits ermordete Siegfried die ErzÀhlung tragen." (Beate Andres)
Sprecher:
Judith Engel (Kriemhild)
Bernhard SchĂŒtz (Siegfried)
Bibiana Beglau (BrĂŒnhild)
Hans Kremer (Gunther)
Robert Dölle (Gernot)
Christian Redl (König Etzel)
Oliver Mallison
Wolf-Dietrich Sprenger
Martin Leutgeb
Elke Twisselmann
Heinz Schimmelpfennig
Peter Sikorski
Christoph Gawenda
Wolf Aniol
Herbert Fritsch
Robert Gallinowski
Sebastian Kowski
Andreas Schlager
Regieassistenz: Constanze Renner
Techn. Realisierung: Rolf Knapp
ergÀnzender Hinweis: Vorlage: Das Nibelungenlied (mittelhochdeutscher Epos)
Erstsendung: 01.01.2008
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Helmut Brackert: Das Nibelungenlied Teil 1 | Der Mord
Helmut Brackert: Das Nibelungenlied Teil 2 | Die Klage
Teil 1 des Hörspiels erzÀhlt das mittelalterliche Heldenepos aus der höfischen Perspektive von Kriemhild.
Teil 2 des Hörspiels erzÀhlt das mittelalterliche Heldenepos aus der Perspektive der Krieger, die Gewalt als Todesdrohung erfahren.
Nach der ProsaĂŒbersetzung aus dem Mittelhochdeutschen
Mit: Bernhard SchĂŒtz, Judith Engel, Bibiana Beglau, Wolf-Dietrich Sprenger, Hans Kremer, Oliver Mallison, Heinz Schimmelpfennig u. a.
Hörspielbearbeitung und Regie: Beate Andres
Produktion: SWR 2007
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