Der gute Gott von Manhattan
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German Public Radio
Der gute Gott von Manhattan
ein Hörspiel von Ingeborg Bachmann, BR - NDR 1958
83 Min.
Regie: Fritz Schröder-Jahn
Redaktion: Heinz Schwitzke
Technische Realisierung: Erich Klemke, Sibylle Röhr
Regieassistenz: Richard Rupprecht
Mit: Ernst Schröder, Fritz Schröder-Jahn, Horst Frank, Margit Ensinger, Hans Clarin, Karl Lieffen, Mario Adorf, Adalbert von Cortens, Gustl Datz, Anja Buczkowski, Hans Wolfgang Zeiger, Rainer Loose, Ilva Günten, Hans Joachim Quitschorra, Alexander Malachovsky, Horst Raspe, Leo Bardischewski, Ursula Kube, Niels Clausnitzer, Ursula Cube, Bettina Braun, Elli Haase, Hartmut Friedrich
In der New Yorker Central Station spricht die junge Jennifer den durchreisenden Jan an, der zurück nach Europa möchte. Aus dieser zuerst oberflächlichen Bekanntschaft erwächst eine intensive Liebesgeschichte. Jan möchte immer mit Jennifer zusammen sein und macht sich auf, seine Schiffskarte in die europäische Heimat zurück zu geben. In seiner Abwesenheit zerreißt eine Bombenexplosion die Geliebte in einem Hotel. Der Bombenleger ist der gute Gott von Manhattan. Vor Gericht verteidigt er sich, er habe diese Tat – und auch alle vorherigen – zum Schutz der bestehenden Weltordnung verübt. Diese sei durch die Maßlosigkeit der Liebe zwischen Jennifer und Jan mehr bedroht gewesen als durch alle Ketzereien.
Hintergrundinformationen:
Das Hörspiel der österreichische Dichterin Ingeborg Bachmann erzählt die Geschichte einer unbedingten Liebe. Fritz Schröder- Jahn, der auch die Rolle des Richters spricht, hat "Der gute Gott von Manhattan" inszeniert. Die Kernhandlung – die Liebesgeschichte zwischen Jennifer und Jan – wird dabei durch die Rahmenhandlung – den Prozess – umkleidet und dabei in Rückblenden erzählt. "Der gute Gott von Manhattan" wurde wie zahlreiche weitere von Schröder-Jahn realisierte Hörspiele mit dem renommierten Hörspielpreis der Kriegsblinden ausgezeichnet. Darüber hinaus erhielt es den Prix Italia. "Innerhalb der Grenzen aber haben wir unseren Blick gerichtet auf das Vollkommene, das Unmögliche, Unerreichbare, sei es der Liebe, der Freiheit oder jeder reinen Größe. Im Widerspiel des Unmöglichen mit dem Möglichen erweitern wir unsere Möglichkeiten." (Auszug aus der Rede anlässlich der Verleihung des Hörspielpreises der Kriegsblinden, 1958)
Hörspielpreis der Kriegsblinden 1958
Ursendung: 29.05.1958
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Ingeborg Bachmann
Der gute Gott von Manhattan
Redaktion: Heinz Schwitzke
Technische Realisierung: Erich Klemke, Sibylle Röhr
Regieassistenz: Rupprecht
Regie: Fritz Schröder-Jahn
Weitere Mitwirkende:
Sprecher/Sprecherin -- Rolle/Funktion
Ernst Schröder -- Der gute Gott
Horst Frank -- Jan
Fritz Schröder-Jahn -- Richter
Margrit Ensinger -- Jennifer
Hans Clarin -- Frankie
Karl Lieffen -- Billy
Anja Buczkowski -- Zigeunerin
Mario Adorf -- Barmann
Adalbert von Cortens -- Gerichtsdiener
Gustl Datz -- Wärter
H. Wolfgang Zeiger -- Portier
Rainer Loose -- Liftboy
Ilva Günten -- Frau
Hans Quitschorra -- Polizist
Nils Clausnitzer -- Stimme
Horst Raspe -- Stimme
Ursula Kube -- Stimme
Alexander Malachovsky -- Stimme
Leo Bardischewski -- Stimme
Bettina Braun -- Kind
Elli Haase -- Kind
Hartmut Friedrich -- Kind
Die große bedingungslose Liebe entrückt zwei Menschen ihrem Selbst und der Welt. Deshalb ist sie ein Unheil. Weil eine solche verzehrende Leidenschaft die Ordnung stört, , bringt der "gute Gott von Manhattan" die Paare um. Liebe muß sich – sagt er – ersichtlichen Zwecken beugen und Nutzen liefern. Sie muß nüchtern sei oder es beizeiten werden. Unsere Welt duldet keine Ekstase. Ein Richter soll den Wohltäter, der das Heil zugleich mit Höllenmaschinen bringt, aburteilen. Aber er wird während der Vernehmung immer mehr davon überzeugt, daß die Thesen des Angeklagten richtig sind. Diese Vernehmung mit vielen Rückblenden bildet die Handlung des sehr lyrischen Funkwerks von Ingeborg Bachmann.
Eine Gerichtsverhandlung. Angeklagt ist der gute Gott von Manhattan, mythischer Herr des Wolkenkratzerviertels, dem alle Eichhörnchen bedingungslos ergeben sind. Sein Verbrechen, Mord an dem Mädchen Jennifer, steht außer Zweifel; er läßt sogar durchblicken, daß er Urheber weiterer mysteriöser Mordanschläge, besonders auf Liebespaare, ist. Zu klären sind die Motive, zu klären ist, ob die Weltordnung, die auf festen Konventionen beruht, von der Liebe zwischen Jan und Jennifer bedroht wurde. Dazu wird ihre Liebesgeschichte rekonstruiert.
Produktions- und Sendedaten
Norddeutscher Rundfunk / Bayerischer Rundfunk 1958
Erstsendung: 29.05.1958 | Bayern 1 | 81'51
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Der gute Gott von Manhattan
von Ingeborg Bachmann
Regie: Fritz Schröder-Jahn
Produktion: BR/NDR 1958, 82 Minuten
Sind Liebespaare existenzberechtigt? Kann in einer Welt, die das Chaos und die
Einsamkeit der Seele durch Konformismus zu überbrücken versucht, die kleine
schwebende Brücke der Liebe von zwei Menschen zueinander geduldet werden, oder
gibt es geheimnisvolle Kräfte, die diese Brücke sprengen wollen, weil die Liebe eine
unmögliche Ketzerei gegen die vorhandene Ordnung des Chaos bedeutet? Ist der
gute Gott von Manhattan tatsächlich gut, oder ist er ein teuflischer Zerstörer der
letzten Freiheit, des letzten Glücks?
Der gute Gott von Manhattan ist angeklagt, das Mädchen Jennifer im Zimmer eines
New Yorker Hotels durch eine Bombenexplosion ermordet zu haben. Dem Richter
erklärt er, er habe sich mit dieser Tat, und auch allen vorhergegangenen, nur zum
Anwalt der auf Konventionen und Maßhalten beruhenden Weltordnung gemacht,
die durch die Maßlosigkeit der Liebe der Getöteten bedroht worden sei. Er erzählt
die Geschichte der Liebe Jennifers zu Jan, um darzulegen, daß diese Liebe, die an
nichts mehr gemessen und mit nichts mehr verglichen werden konnte, verderblicher
für die Ordnung sei als jedes Verbrechen, als alle Ketzereien. 'Wo Liebe auftaucht,
entsteht ein Wirbel wie vor dem ersten Schöpfungstag'.
Die österreichische Dichterin Ingeborg Bachmann erzählt in ihrem 1958 mit dem
Hörspielpreis der Kriegsblinden ausgezeichneten Hörspiel die Geschichte von den
unbedingt Liebenden, die wie die seltenen Elemente sind, 'die da und dort gefunden
werden, jene Wahnsinnsstoffe, mit Strahl- und Brandkraft, die alles zersetzen und
die Welt in Frage stellen'.
Der gute Gott: Ernst Schröder
Richter: Fritz Schröder-Jahn
Jan: Horst Frank
Jennifer: Margit Ensinger
Frankie: Hans Clarin
Billy: Karl Lieffen
Barmann: Mario Adorf
Gerichtsdiener: Adalbert von Cortens
Wärter: Gustl Datz
Zigeunerin: Anja Buczkowski
Portier: Hans Wolfgang Zeiger
Liftboy: Rainer Loose
Frau: Ilwa Günten
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"Der gute Gott von Manhattan " - Ausgezeichnetes Original-Hörspiel von Ingeborg Bachmann
Hörspielklassiker · Die Welt duldet keine Ekstase, Leidenschaft stört die Ordnung. Aus diesem Grund hat sich "Der gute Gott von Manhattan" die Vernichtung aller Liebenden zum Ziel gesetzt. "Mit dem Versuch, die Problematik der Liebe in der Großstadtwelt zu erfassen, ist hier ein unverwechselbares Liebesgedicht gelungen." (Hörspielpreis der Kriegsblinden 1959)
Mit Mario Adorf, Hans Clarin, Margrit Ensinger, Horst Frank, Karl Lieffen, Ernst Schröder, Fritz Schröder-Jahn u.a. // Regie: Fritz Schroder-Jahn // BR/NDR 1958
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