GesprÀche mit Lebenden und Toten
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German Public Radio
GesprÀche mit Lebenden und Toten
ein Hörspiel von Swetlana Alexijewitsch, SR-NDR-SFB-ORB-WDR 1998
68 Min.
Regie: Ulrich Gerhardt
Ăbersetzung: Ingeborg Kolinko
Technische Realisierung: Ingo Siegrist, Karin Beaumont, Tanja Betzholz
Regieassistenz: Maidon Bader
Bearbeitung: Frank Werner
Mit: Konstantin Graudus, Peter Gavajda, Ilse Strambowski, Viola Morlinghaus
Nach dem Roman ÂŽTschernobyl - Eine Chronik der ZukunftÂŽ
Das Erlebnis der Tschernobyl-Katastrophe ist, so Swetlana Alexijewitsch, etwas, ÂŽwofĂŒr wir noch kein System von Vorstellungen, noch keine Analogien oder Erfahrungen haben, wofĂŒr nicht einmal unser bisheriger Sprachschatz ausreicht.ÂŽ
Ăber mehrere Jahre hat sie mit Menschen gesprochen, fĂŒr die der GAU vom 26. April 1986 zum zentralen Ereignis ihres Lebens wurde. Der von ihr zusammengefaĂte ÂŽChor lebendiger StimmenÂŽ verzichtet auf jegliches Pathos und ist vielleicht gerade deshalb das eindrucksvollste Dokument eines Ereignisses, das ÂŽuns aus einer Zeit in eine andereÂŽ versetzt hat.
ErzĂ€hlt wird von Liebe, die stĂ€rker ist als die Angst vor Krankheit oder Tod. ErzĂ€hlt wird von Menschen, die alles verloren haben, was bisher ihr Leben bestimmte: Heimat, Familie, Herkunft, Geschichte. Die Menschen richten sich im Aussichtslosen ein, ohne verstehen zu können, was mit ihnen geschehen ist. Ihre GesprĂ€che zeigen die Auswirkungen der sozialen Katastrophe, den Verlust aller Koordinaten, die bisher ihr Leben bestimmt haben. Aufmerksam beobachten die Menschen die VerĂ€nderungen ihrer Umwelt, den Zerfall ihres Lebensraumes und ihrer Körper, sie bemĂŒhen sich um das Verstehen des Unbegreiflichen.
Hörspiel des Jahres 1999
«Ăber "Tschernobyl" ist alles gesagt - so meint man zumindest. Sicherlich hat man vieles in der Zeit seit 1986 ĂŒber dieses Thema gehört und gelesen. Swetlana Alexjewitsch bringt in ihren "GesprĂ€chen mit Lebenden und Toten" die Erfahrungen und Erlebnisse der unmittelbar betroffenen Bevölkerung zu Gehör. Ein erschreckender Reigen an Einzelschicksalen, der trotz aller Kenntnis der Fakten, den Hörer, ob des unfassbaren Leids schaudert.
Die einzelnen Berichte werden von den Sprechern sehr nĂŒchtern vorgetragen. Man verzichtet hier darauf, noch groĂe Emotionen einzustreuen, der Text wirkt in der reinen Fassung bewegend genug. Auch in der Untermalung hĂ€lt man sich sehr zurĂŒck, gerade zwischen den einzelnen Texten spielt man eine kurze GerĂ€uschsequenz ein.
Ein HörstĂŒck, das aufgrund des Inhalts keiner groĂer Inszenierung bedarf. Die dargebotene diesbezĂŒglich ZurĂŒckhaltung ist daher mehr als sinnvoll.»
Hörspiel des Monats Januar 1999
Hörspiel des Jahres 1999
Robert Geisendörfer Preis 2000
Ursendung: 03.01.1999
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