《Mumia Abu-Jamal: Redebeitrag über den juristischen Stand der Dinge》 - 免费有声读物

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语言:German

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1 / 106 Juristischer-Stand-der-Dinge

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Redebeitrag gehalten auf der "Free Mumia - Free Them All!" Demo am 9. Dezember 2022 in Berlin

In einer Woche, am 16. Dezember 2022 oder vielleicht sogar früher wird für Mumia Abu-Jamal eine sehr wichtige Entscheidung fallen: Eine Richterin wird entscheiden, ob er eine neue Beweisanhörung und in der Folge vielleicht einen neuen Prozess bekommt oder nicht.

Vor fast vier Jahren fand die seit 2018 von dem ehemaligen Verteidiger Larry Krasner geleitete Staatsanwaltschaft Philadelphias in ihren Akten neue Beweise im Fall Mumias.

Sie hatten es in sich, denn

Erstens fand sich da ein Brief, den einer der beiden Top-Augenzeigen gegen Mumia einen Monat nach dem Prozess an Staatsanwalt Joseph McGill schrieb. Der Inhalt lässt sich in einem Satz zusammenfassen: „Wo bleibt mein Geld?“

Zum Hintergrund ist zu sagen, dass dieser Zeuge, ein Taxifahrer, der Mumia als den Täter identifiziert hatte, wiederholt zugegeben hat, dass er die Tötung des Polizeibeamten gar nicht gesehen hat. Es gibt sogar Fotos, die beweisen, dass er gar nicht da war.

Zweitens fand sich ein Briefwechsel zwischen allen möglichen Gerichtsabteilungen in Philadelphia und Massachusetts, in dem es immer um ein und dasselbe ging:

Wie konnte man der zweiten angeblichen Zeugin, einer Sexarbeiterin, nach Mumias Verfahren zur Beschleunigung der gegen sie anhängigen Prostitutionsverfahren und zur Würdigung der Tatsache verhelfen, dass sie ja eine wichtige Zeugin in einem Mordfall sei? Staatsanwalt McGill sei in jedem Fall zu benachrichtigen.

Zu dieser Zeugin ist zu sagen, dass niemand sonst, nicht einmal der erwähnte Taxifahrer, sie am Tatort gesehen hat. Mittlerweile liegt auch die Aussage eines Polizisten vor, der bestätigt, dass sie zum Zeitpunkt der Schüsse ganz woanders war.

Das sind also die beiden Hauptzeugen gegen Mumia: Ein vorbestrafter Taxifahrer, der ohne Führerschein unterwegs war, und eine Sexarbeiterin, die beide leicht durch die Polizei zu erpressen waren. Die neuen Dokumente zeigen jetzt, dass sie auch Vergünstigungen erhielten.

Drittens fanden sich Notizen des schon erwähnten Staatsanwalts während der Juryauswahl, wo dieser die Namen zahlreicher Geschworener mit einem W für Weiß und einem B für Black, Schwarz, gekennzeichnet hat und also damit bestätigte, was ihm schon seit Langem vorgeworfen wird: rassistische Erwägungen bei der Bestimmung der Juror*innen.

Bei ihm war es nachweislich zehnmal wahrscheinlicher, dass er Schwarze als Geschworene ablehnte als weiße.

Zeugenbestechung, Zeugenbegünstigung, Rassismus, darum geht es jetzt vor Gericht, aber dennoch ist wieder einmal unwahrscheinlich, dass Mumia gewinnt. Die Richterin hat dies im Oktober mit einem Schriftsatz bereits durchblicken lassen.

Aber egal, wie die Entscheidung ausfällt, der Kampf um Mumias Freiheit geht weiter.

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